Ein gelungenes Beleuchtungskonzept kann für Wohlfühl-Ambiente in der Praxis sorgen. (Foto: van der Ven)

Zahnarztpraxen ins richtige Licht rücken

Ein Kommentar von Nadja Aufterbeck, Innenarchitektin und Fachplanerin bei van der Ven

Beleuchtung ist ein bedeutendes Thema in der Praxis, und zwar nicht nur in punkto Arbeitsplatz-Ausleuchtung. Vielmehr ist es ein vielfältiges Gestaltungsmittel, mit dem man gezielt die Wahrnehmung beeinflussen und Atmosphäre schaffen kann. Deshalb entwickeln wir bei van der Ven individuelle Beleuchtungskonzepte für jede Zahnarztpraxis.

Licht ist die Voraussetzung, um einen Raum überhaupt erst wahrnehmen zu können – diese Aussage aus der Innenarchitektur ist so einfach wie vielschichtig. Denn das Spiel von Licht und Schatten, hell und dunkel, macht einen Raum überhaupt erst aus. Es bestimmt, ob er als groß oder klein wahrgenommen wird. Und mehr noch: Licht kann die Wahrnehmung der Geometrie des Raumes beeinflussen. Entsprechend wichtig ist es, Beleuchtungsquellen gezielt einzusetzen und dies bereits von Beginn an gut zu planen.

Von Gestaltungslicht und gesetzlichen Vorgaben

Primär muss sich jedes Beleuchtungskonzept natürlich nach den Vorgaben aus Gesetzen und Verordnungen richten. Wartezimmer ist da nicht gleich Behandlungszimmer und für jeden Raum gibt es definierte Lichtstärken. Auch im Steriraum muss es sehr hell sein. Beispielsweise wird für Bildschirmarbeitsplätze eine Lichtstärke von 500 Lux verlangt, für die Umgebung immerhin noch 300 Lux und am Behandlungsstuhl sogar 1.000 bis 1.500 Lux. Aus den eigenen vier Wänden sind wir Wohlfühl-Lichtstärken von etwa 50 Lux  gewohnt. Doch längst nicht alles, was privat gefällt, kann auch in den Praxisräumen umgesetzt werden. Damit sie dennoch in angenehmem Licht erscheinen, ist professionelle Unterstützung gefragt.

Licht und Einrichtungskonzept gemeinsam denken

Bevor ich ein Lichtkonzept entwerfe, muss ich mir die Praxisräume genau ansehen: Im Dachgeschoss herrschen grundsätzlich andere Lichtbedingungen als im Erdgeschoss, wo man gegebenenfalls sogar dauerhafte Schattenbereiche vorfindet. Auch der Bodenbelag wirkt sich erheblich auf die gesamte Lichtstimmung und -helligkeit aus. Ein dunkler Boden in Holzoptik reflektiert wesentlich weniger Licht als ein sehr heller Belag. Schließlich spielt auch die Farbe der Wände eine Rolle, ebenso wie die Umgebung. Befindet sich etwa gegenüber ein weißes Haus, dessen Fassade das Sonnenlicht reflektiert, werden auch die Praxisräume erheblich heller. Anders verhält es sich bei Bäumen vor dem Fenster, die eher ein kaltes Licht erzeugen und weniger Helligkeit durchlassen.

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Nadja Aufterbeck, Design-Expertin bei van der Ven (Foto: van der Ven)

Wichtig: Der Blick nach oben

Etwas Entscheidendes haben alle Praxen gemein: Die Patienten in den Behandlungsräumen schauen an die Decke, sobald sie sich in Liegeposition befinden. Deshalb ist hier eine besonders attraktive und abwechslungsreiche Lichtgestaltung angesagt, die den Patienten nicht blendet. Zugleich muss aber auch das notwendige Arbeitslicht für den Arzt gewährleistet sein.
Insgesamt ist es ratsam, nicht in der gesamten Praxis auf ein und dieselbe Leuchtenform zu setzen. Etwas Abwechslung macht die Gestaltung deutlich interessanter. Zudem sollte die Devise sein, nicht alles möglichst hell zu machen, sondern für ein paar Eyecatcher zu sorgen, die Atmosphäre schaffen. Die gängige Methode hierfür lautet Varianz von direktem und indirektem Licht.

LED-Beleuchtung und Gestaltungsvielfalt

LED-Technologie ist nicht die Zukunft, sondern die Gegenwart. Mit diesen Leuchten ist man nicht nur technisch up to date. Auch gestalterisch bieten LEDs ungeahnte Möglichkeiten. Denn dank der geringen Einbautiefe sind solche Leuchten auch in abgehängten Decken platzsparend unterzubringen und können als Lichtleisten quasi überall eingesetzt werden. Dabei geht es nicht um Masse, sondern vielmehr darum, Licht als Gestaltungsvariable zu verstehen, die nuanciertere Möglichkeiten in einzelnen Räumen eröffnet.

Modernisierungsmaßnahmen

Lichtquellen als bauliche Komponente können in der Regel nicht ganz problemlos und ohne großen Aufwand verändert werden. Sicherlich ist eine Modernisierung zu quasi jeder Zeit möglich, aber eine konzeptionelle Änderung zum Thema Licht bedeutet immer, dass etwas umgebaut oder zumindest gestrichen werden muss. Das kennt jeder von zuhause, sobald man einfach mal eine Lampe austauscht: Da sind Ringe und Abdrücke an der Wand oder Decke, die wenigstens einmal überstrichen werden müssen. Erheblich mehr Aufwand bedeutet eine Veränderung wie zum Beispiel die Integration von Einbaustrahlern in die Decke. Doch natürlich lässt sich mithilfe professioneller Lichtplanung auch in vorhandenen Praxisräumen ohne große bauliche Maßnahmen einiges erreichen.
Welche Möglichkeiten der Lichtgestaltung mit welchem Aufwand verbunden sind und wie wir auch Ihre Praxis ins richtige Licht rücken können, erfahren Sie in einem persönlichen Beratungsgespräch.