Jan Kath ist ein Meister der Teppichkunst (Fotos: Jan Kath)

Fast zu schade für den Fußboden – Teppiche von Jan Kath

In der Regel laufen Stars auf einem roten Teppich. Das könnte sich jedoch bald ändern. Bruce Willis, Bill Clinton und Rupert Murdoch machen den Anfang. Sie laufen seit neuestem auf den außergewöhnlichen Teppichen des Bochumer Designers Jan Kath.

Wer wollte nicht schon einmal selbst auf Wolken gehen? Jan Kath macht es möglich, beispielsweise mit seiner Kollektion „Heiter bis wolkig“. Dafür ließ er sich von der Malweise der Barockmaler des 16. und 17. Jahrhunderts inspirieren und legt seiner Kundschaft den Himmel zu Füßen. Die Teppiche sind nicht nur ein wunderschöner Bodenbelag. Ihre Fertigung ist auch eine technische Herausforderung. Um die Wolken in ihrer ganzen Vielschichtigkeit darstellen zu können, werden bis zu 30 Blau- und Grautöne auf einem Teppich verarbeitet. Da muss jeder Knoten perfekt geplant sein.

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Gehen wie auf Wolken: Ein Teppich der Serie „Heiter bis wolkig“ (Foto: Jan Kath)

 

Jan Kath ist zwar Autodidakt, doch sein Talent kommt nicht von ungefähr: Der 1972 geborene Designer entstammt einer renommierten Teppichhändler-Familie. Schon als Kind reiste Kath mit seinem Vater nach Nepal und in den Iran. Daraus resultieren sein Grundverständnis sowie die Liebe und Leidenschaft für die Kunst des Teppichknüpfens.
Jan Kath greift auch echte Teppichklassiker auf – aber interpretiert sie völlig neu. Seine Versionen des klassischen Orientteppichs etwa lassen nur noch einen Hauch Morgenland erahnen. Bekannte orientalische Elemente werden verfremdet und erstrahlen so in einem neuem Licht.

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Einen Teppich aus der „Erased Heritage“-Kollektion besitzt übrigens auch Papst Franziskus (Foto: Jan Kath)

 

Trotz Höhenflug auf dem Teppich geblieben

Nach einer kaufmännischen Ausbildung im elterlichen Betrieb machte sich Kath auf zu einem Rucksacktrip nach Asien – bis ihm das Geld ausging und er in der Teppichmanufaktur von Freunden seiner Eltern als Qualitätsprüfer einsprang. Dort erkannte man das große Potenzial, das in dem jungen Mann aus dem Ruhrgebiet schlummerte und so ließ man ihn erste eigene Kreationen erstellen.

Heute ist Jan Kath ein Star. Sein Unternehmen zählt zu den Top 3 der Branche. Wer nun glaubt, Kath sei abgehoben, wie seine Serie „Spacecrafted“ vermuten lassen könnte, der liegt falsch. Der Mann aus dem Ruhrpott ist auf dem Teppich geblieben. Kath lebt mit seiner Familie in Bochum, wo er auch die Firmenzentrale seines weltweit operierenden Unternehmens angesiedelt hat.

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Für Weltraumspaziergänger mit Höhenangst: Modell aus der Serie „Spacecrafted“ (Foto: Jan Kath)

 

Das Design stimmt. Aber auch in puncto Qualität macht Jan Kath keine Abstriche. Für seine Teppiche werden ausschließlich tibetanische Hochlandwolle und Seide sowie Fasern von im Himalaya geernteten Brennnesseln verwendet. Geknüpft werden die Teppiche aus dem Hause Kath in Nepal, Marokko und Thailand. Besonders wichtig ist dem Designer dabei, dass seine Teppiche unter fairen Arbeitsbedingungen und ohne Kinderarbeit produziert werden.

Weitere Infos unter jan-kath.de