Tim Hollweg, Technischer Leiter bei van der ven 4D (Foto: van der Ven)

Röntgenverordnung aktuell: Durchblick behalten!

Ein Kommentar von Tim Hollweg, Technischer Leiter van der ven 4D

Verordnungen, gesetzliche Vorschriften und festgelegte Prüfungsintervalle – das Thema Röntgen wird immer komplexer. Die letzten Novellierungen der Röntgenverordnung betreffen die Themen Befundungsmonitore, Abnahmeprüfung und Konstanzprüfung für 3D-Röntgen. Wer da den Durchblick behalten möchte, ist gut beraten, sich fachliche Unterstützung zu sichern.

 

An sich ist die Sache klar: Sie möchten Röntgenbilder erstellen, um darauf aufbauend den Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten. Um das sicherzustellen, ist jedoch ein riesiger Aufwand notwendig. Wie vieles in der Zahnarztpraxis unterliegt auch das Röntgen klaren gesetzlichen Vorgaben, die sich immer wieder verändern. Die aktuellsten Änderungen aus dem Jahr 2015 zum Beispiel haben den Hintergrund, dass die bis dato gültigen Vorschriften schlicht technisch überholt waren: Sie stammten noch aus einer Zeit, in der digitales Röntgen eher die Ausnahme war. Heute arbeiten mehr als die Hälfte aller Praxen mit digitalen Systemen. Um diese Vorschriften geht es:

DIN 6868-157 für Befundungsmonitore
Hierbei handelt es sich um eine novellierte Vorschrift, mit der sichergestellt werden soll, dass in jeder Praxis mindestens ein den offiziellen Vorgaben entsprechender Befundungsmonitor eingesetzt wird. Dieser spezielle Monitor muss so eingestellt sein, dass er Röntgenbilder hinsichtlich der Grauabstufungen und des Kontrasts so exakt darstellt, dass er dem Zahnarzt korrekte Diagnosen ermöglicht. So muss der Unterschied zwischen 95 % und 100 % Schwarz gut zu erkennen sein, um beispielsweise eine versteckte Karies sicher entdecken zu können.

29_Röntgenverordnung_Graphik1
Testbild der arbeitstäglichen Konstanzprüfung nach DIN 6868-157

 

Dazu muss jeder Befundungsmonitor einmal im Jahr mit einem speziellen Prüfgerät kontrolliert und im Zweifel neu kalibriert werden. Der Zahnarzt ist verpflichtet, diese Prüfungsintervalle genau einzuhalten. Seit dem 01.02.2016 gibt es eine Lockerung der Qualitätssicherungsrichtlinie für Zahnarztpraxen, die ausschließlich zweidimensional arbeiten, also kein DVT (digitaler Volumentomograph) besitzen. Die jährlich durchzuführenden messtechnischen Prüfungen können auf fünf Jahre verlängert werden, wenn halbjährlich bestimmte Punkte visuell überprüft werden. Um es klar zu sagen: Zwar genießen alle Monitore, die vor dem 1. Mai 2015 angeschafft wurden, noch bis zum Jahr 2025 Bestandsschutz, jedoch haben alte Monitore oft schlichtweg nicht oder nicht mehr die Leistungsfähigkeit, die für eine anspruchsvolle Diagnostik notwendig ist. Wir empfehlen deshalb Befundungsmonitore aus dem Medizinbereich, die über einen DICOM-Modus (Digital Imaging and Communications in Medicine) verfügen. DICOM definiert den Standard für die digitale Bildverarbeitung und -kommunikation in der Medizin. Idealerweise werden mindestens 21-Zoll-Monitore eingesetzt, da die technologische Weiterentwicklung zum Beispiel im Bereich DVT dafür gesorgt hat, dass völlig neue und detailreichere Darstellungen möglich sind. Bei kleineren, beispielweise den alten 15-Zoll-Röhrenbildschirmen oder den 17-Zoll-TFTs, ist das nur bedingt gegeben.

Vor einer Neuanschaffung sollte aber das vorhandene Gerät zunächst von Experten geprüft werden: Wir erleben es immer wieder, dass Zahnärzte einen Defekt im Gerät vermuten, weil die Röntgenbilder am Monitor nicht mehr so gut zu erkennen sind wie früher. Das liegt aber häufig daran, dass der Monitor einfach nicht mehr richtig eingestellt ist.

Das Kalibrieren kann übrigens jeder Zahnarzt selbst durchführen. Ein für diese Zwecke ausgelegtes Messgerät schlägt allerdings mit bis zu 800 Euro zu Buche. Darüber hinaus gibt es Monitore, die das Messgerät schon eingebaut haben. Daraus resultiert jedoch kein Preisvorteil: Sie kosten rund 2.000 Euro, Monitore ohne diesen Sensor um die 1.190 Euro.

DIN 6868-161 Abnahmeprüfung und DIN 6868-15 Konstanzprüfung für 3D-Röntgen
Diese neu formulierten Normen betreffen die Abnahme aller ab Juli 2015 neu installierten 3D-Röntgensysteme. Für Geräte, die vor dem 01.07.2015 installiert wurden, sind die neuen Vorschriften ab dem 31.01.2018 verpflichtend. Und darum geht es: Bei der Inbetriebnahme eines Röntgensystems nimmt der Montagetechniker eine technische Prüfung vor, bei der das Gerät so eingestellt wird, dass mit einer definierten Dosis an Röntgenstrahlen eine optimale Bildqualität erreicht wird. Später schließen sich regelmäßige Konstanzprüfungen an, die das gleiche Ziel verfolgen. Dabei muss ein spezieller Prüfkörper verwendet werden, dessen Aufnahme softwaregestützt analysiert wird. Das Ergebnis informiert dann über die Qualität des Röntgensystems. Jährlich müssen die Dosismessung und die Blendenkontrolle durch einen Techniker wiederholt werden. Alle fünf Jahre muss diese Konstanzprüfung von einem offiziell zugelassenen Sachverständigen ausgeführt werden. Verstreicht die Frist, drohen saftige Bußgelder. Die Durchführung der Konstanzprüfung muss seitens der Praxis zudem dokumentiert und alle zwei bis drei Jahre der zuständigen Kammer zur Kontrolle zugesandt werden.

Prüfung durch Profis schafft Sicherheit
Zahlreiche der täglich und monatlich durchzuführenden Kontrollen kann jede Praxis selber stemmen. Für die übergeordneten jährlichen Prüfungen hingegen ist es ratsam, den Aufwand einem technischen Kundendienst, wie ihn van der Ven bietet, zu überlassen. Er verfügt über alle notwendigen und vorgeschriebenen Prüfgeräte gemäß der jeweils aktuell geltenden Vorschriften. Hinzu kommt die Routine: Liegen größere Abstände zwischen den Prüfungen müssen sich Praxisinhaber oder/und Mitarbeiter immer erst neu mit den jeweiligen Prüfungen vertraut machen. Speziell hierfür bieten wir der Zahnarztpraxis Röntgen-Supportverträge an. Die Praxis kann dabei aus verschiedenen Leistungspaketen das für sie passende auswählen. Der Recall-Service seitens des Kundendienstes stellt zudem sicher, dass alle Fristen für die Prüfungen eingehalten werden. Das kann eine Menge Ärger ersparen. I-Tüpfelchen und zusätzlicher Mehrwert für die Praxisinhaber: Neben den Prüfungen nimmt unser Kundendienst der Praxis zusätzlich die Dokumentationspflichten ab, indem er den notwendigen „Papierkram“ gleich mit erledigt.