Frauen gründen anders: Beim Praxisgründungsforum für Zahnärztinnen drehte sich alles um die Selbstständigkeit (Bild: van der Ven).

Als Zahnärztin die eigene Praxis gründen

Die Zukunft der Zahnmedizin ist weiblich. Der Anteil der Examensabgängerinnen liegt mittlerweile bei 75 Prozent, Tendenz steigend. Den Großteil der jungen Zahnärztinnen zieht es in eine Anstellung. Dabei war es noch nie so einfach, sich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen sowie Familie und Beruf zu vereinbaren. Das führte unser Praxisgründungsforum für Zahnärztinnen in unserem van der Ven-Stammhaus in Ratingen vor Augen.

„Es gibt viele Möglichkeiten für Dentalmedizinerinnen, ihre berufliche Zukunft mit ihrem individuellen Lebensmodell in Einklang zu bringen“, erklärt Lars Gärtner, unser geschäftsführender Gesellschafter. Für viele sei die Anstellung erstrebenswert – aus unterschiedlichen Gründen. „Die Befürchtung, Familie und Beruf als selbstständige Zahnärztin nicht vereinbaren zu können, sollte nicht dazu gehören.“

Freiheit der Selbstständigkeit

„Vor fünf Jahren war ich arbeitslos und schwanger“, berichtet Dr. Mariana Mintcheva beim Praxisgründungsforum lachend. Doch sah sie darin die perfekte Gelegenheit für den Start in die Selbstständigkeit. „Man muss keine Entscheidung zwischen Familie und Beruf treffen. Als selbstständige Zahnärztin habe ich es einfacher als viele Angestellte denken“, erklärt sie.

Kinderzimmer in der Praxis

Dr. Mintcheva hat zum Beispiel ein Kinderzimmer in ihrer Praxis. Das ganze Team hilft bei der Kinderbetreuung. Das Ergebnis ist eine Praxisfamilie im wahrsten Wortsinn. Heute gehört Dr. Mintchevas Düsseldorfer Praxis mit 25 Mitarbeitern auf 550 Quadratmetern zu den erfolgreichsten Praxen für ästhetische Zahnmedizin in Deutschland. „Die Energie, die ich aus der Praxis mit nach Hause nehme, überträgt sich auf die ganze Familie.“ Natürlich habe es auch immer wieder Zweifel gegeben, zum Beispiel als am Praxiseröffnungstag das Telefon nicht ein einziges Mal klingelte. Doch sie glaubte an dem Erfolg ihres Konzepts – zu Recht. „Heute steht das Telefon nicht mehr still!“, freut sich Dr. Mintcheva. „Wer begeistert bei der Arbeit ist, bei dem stellt sich auch der unternehmerische Erfolg ein“, ist die Medizinerin überzeugt.

Geringes Risiko

Finanzielle Unterstützung erhielt sie von der ApoBank. Christina Götte, die bei der ApoBank Essen dentale Existenzgründungen begleitet, spricht von einem minimalen Risiko bei Praxisgründungen. Nur 0,05 Prozent der von ihr betreuten Vertragsärzte seien von Insolvenz betroffen – und bei den wenigen Betroffenen seien private Ursachen ausschlaggebend. „Diesem Risiko steht in der Regel ein deutlich höheres Einkommen im Vergleich zu einem angestellten Mediziner gegenüber“, erklärt Götte.

Nachfrage steigt

Dass derzeit aufgrund des Generationswechsels viele Praxen bereit für eine Übernahme stehen, sieht Rechtsanwalt Dr. Karl-Heinz Schnieder als große Chance. „Etwa ein Drittel der heutigen Zahnärzte geben ihre Praxis bis 2022 auf. Etwa 60 Prozent von ihnen haben noch keinen Nachfolger. Da tut sich eine große Versorgungslücke auf.“ Dazu spiele die demografische Entwicklung jungen gründungsinteressierten Zahnärztinnen in die Hände: Die Bevölkerung wachse und werde immer älter. Dementsprechend steige die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen – zumal Senioren bis ins hohe Alter aktiv sein und sich vital fühlen wollen.

„Halbe“ Zulassung

Der auf Praxen spezialisierte Rechtsanwalt wirbt für die Selbstständigkeit: „Sie arbeiten mit selbst ausgesuchtem Personal zusammen, erlangen hohe gesellschaftliche Anerkennung und erreichen mit Eigeninitiative wirtschaftlichen Erfolg“. Stichwort Familiengründung: Es sei sogar möglich, erstmal mit einer „halben“ Zulassung von 15 Wochenstunden zu arbeiten.

Zeitmodell für die Familie

Absprache ist alles. Dr. Ilka Pietz-Poth und Dr. Ivonne Klar haben vor 13 Jahren in Dortmund eine Kieferorthopädische Gemeinschaftspraxis gegründet. Von Anfang an war klar: „Wir wollten die Freiheit haben, Beruf und Familie genießen zu können!“ Dazu entwickelten sie ein Zeitmodell, das es jeder ermöglicht, sich vier Tage am Stück ausschließlich um die Familie zu kümmern. Sie raten anderen Praxisgründerinnen: „Erlaubt euch, nicht perfekt zu sein. Holt euch Hilfe!“

Partnerschaftliche Hilfe

Bereit stehen viele Partner, die am Erfolg der Praxisgründung interessiert sind – von der Bank über den Rechtsanwalt und Steuerberater bis hin zu unserem Dental-Depot. So bieten wir bei van der Ven das SELECT CONCEPT für Gründerinnen. „Damit statten wir die Praxis 100 Prozent schlüsselfertig von A bis Z aus“, sagt Lars Gärtner.

Positiver Schwung

Die Teilnehmerinnen erhielten beim Praxisgründungsforum viele Inspiration. „Ich habe einen guten Einblick in die Möglichkeiten gewonnen“, sagt eine Zahnärztin, die überlegt, ihrem bisherigen Chef für eine tolle, lehrreiche Zeit zu danken und eine eigene Praxis zu gründen. Das Forum hätte sie beruhigt, dass „selbstständig“ heute nicht mehr heiße, selbst und ständig für die Praxis da zu sein, „sondern eher ständig ich selbst zu sein. Und für mich gehören Beruf und Familie zusammen.“ Eine andere Zahnärztin ergänzt begeistert: „Das war eine super Veranstaltung mit tollen Referenten! Besonders gut hat mir gefallen, welch ein positiver Schwung mit dem Thema Praxisgründung verbunden wurde. Der wird mich noch lange weitertragen.“

Impressionen vom Praxisgründungsforum