Schweizer Präzision für die Wurzelkanalaufbereitung von COLTENE (Foto: COLTENE)

Flexibel im doppelten Sinne

Ein Gastkommentar von Dr. Barbara Müller, Businessmanager Endodontie bei COLTENE

Welche Nickel-Titan-Feile passt am besten zu meiner persönlichen Arbeitsweise? Jedes Jahr werden Endo-Experten mit neuen, besseren und effizienteren Feilensystemen frisch aus der Forschung konfrontiert. Wer weiß, worauf es bei einer Wurzelkanalbehandlung wirklich ankommt, der findet schnell das optimale Equipment für souveränes Arbeiten in nahezu allen Behandlungsfällen.

 

Bei einer Materialeigenschaft sind sich Endo-Spezialisten weitgehend einig: Rotierende Instrumente zur maschinellen Aufbereitung sollen vor allem möglichst bruchsicher sein. Eine Reinfektion des Wurzelkanals vermeidet man in erster Linie durch gründliches Spülen zwischen jedem Instrumentenwechsel. Eine Feilenfraktur umgeht man erfolgreich dadurch, dass man die Feile mit leicht tupfenden Auf- und Ab-Bewegungen in den Kanal einführt. Und indem man sich für ein Modell entscheidet, welches die nötige Flexibilität mitbringt. Schließlich soll der Patient zufrieden sein und nicht deshalb wiederkommen müssen, weil er nach der zweiten Revision immer noch akute Entzündungsherde im Wurzelkanal bemerkt. Bruchsichere Instrumente sind also ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg.

Sicher in die Kurve

Der Trend geht eindeutig hin zu flexiblen NiTi-Feilen. Denn selbst in stark gekrümmten Kanälen machen diese filigranen Alleskönner eine gute Figur. Aus der Praxiserfahrung unzähliger Zahnärzte entwickelte der Schweizer Dentalspezialist COLTENE beispielsweise ein modulares NiTi-System, welches den unterschiedlichen Anforderungen der Endodontie Rechnung trägt. Die HyFlex EDM ist prädestiniert für Endo-Einsteiger. Ebenso eignet sich diese Feile für Zahnärzte, die mit einer reduzierten Feilensequenz rasch verlässliche Ergebnisse realisieren möchten. Ihre außergewöhnliche Flexibilität verdankt sie dem sogenannten „Controlled Memory (CM)“ -Effekt: Aufgrund des kontrollierten Rückstelleffekts lässt sie sich ähnlich klassischer Edelstahl-Feilen vorbiegen. So passt sich diese Feile optimal den anatomischen Gegebenheiten an und erhöht die Erfolgsquote. Schließlich besteht die größte Herausforderung in der Endodontie darin, die vorliegende Anatomie bereits im Voraus zu verstehen und dann nach den jeweiligen Gegebenheiten korrekt aufzubereiten.

NiTi-Feilen mit CM-Behandlung eignen sich zudem hervorragend für den praktischen Mehrfacheinsatz. Beim Autoklavieren biegen sie sich selbst in ihre ursprüngliche Form zurück. Dadurch erkennt der Zahnarzt erstmals mit bloßem Auge, ob sich eine Feile bedenkenlos wiederverwenden lässt. Die optische Kontrolle ist auch für Neuzugänge im Praxisteam leicht zu erlernen. So können mit derselben Feilensequenz drei oder sogar vier Patienten behandelt werden. Der wiederholte Einsatz hochwertiger Präzisionsinstrumente spart unnötige Behandlungskosten und kann heutzutage mit vergleichsweise einfachen Mitteln umgesetzt werden.

Wie ein Brotmesser mit Wellenschliff

Die besondere Bruchsicherheit moderner NiTi-Feilen entsteht unter anderem durch ein spezielles Herstellungsverfahren: Beim „Electrical Discharge Machining“ (kurz: EDM) wird eine einzigartige Oberflächenstruktur geschaffen. Diese Textur verleiht dem Instrument seine ungewöhnliche Robustheit. Die daraus resultierende höhere Schneidleistung kennen viele bereits aus der eigenen Küche – vom Brotmesser mit Wellenschliff. Eine stabile Universalfeile ermöglicht natürlich auch die eine oder andere Abkürzung in der Abfolge der verwendeten Größen und Taper. Vorbiegbare Feilen und modular aufgebaute Feilensequenzen garantieren also eine volle Flexibilität „im doppelten Sinne“.

Online-Schnellkurs

Über den Online-Schnellkurs zur optimalen Aufbereitung erhalten Endo-Experten wie Einsteiger in nur acht Minuten wertvolle Tipps zum praktischen Einsatz moderner NiTi-Systeme. Dieser anwendungsorientierte Endo-Film beantwortet klassische Fragen wie „Welche Größen und Taper setze ich im apikalen Drittel ein?“. Am konkreten Patientenfall wird gleichzeitig der sinnvolle Umgang mit den aktuellen Arbeitshilfen demonstriert. Alle gezeigten Techniken sind zum Nachahmen bestens geeignet. Denn wer die Möglichkeiten moderner NiTi-Systeme kennt, weiß das komfortable Arbeiten in den verschiedensten Situationen zu schätzen: in geraden wie gekrümmten Wurzelkanälen, vom Frontzahn bis zum hintersten Molaren. Denn schließlich kommt es am allermeisten darauf an, erfolgreich behandeln zu können – unabhängig von der Lage des Zahnes oder der individuellen Indikation.