Viele digitale Neuheiten gab es zu begutachten auf der IDS 2017 (Fotos: Bego/KaVo Dental GmbH/Copyright ZEISS/Dürr Dental)

Die IDS 2017 aus der Sicht von van der ven 4D

Ein Kommentar von Frank Giefer, Verkaufsleiter bei van der ven 4D

Auf der IDS, der weltweit größten Dentalmesse, wurden vor allem im digitalen Bereich eine Menge Neuigkeiten und Produkte vorgestellt. Die Spezialisten von van der ven 4D haben für Sie ihre Augen offen gehalten und fassen die wichtigsten Entwicklungen kurz zusammen.

 

Röntgen

Hier gibt es keine wirklich bahnbrechenden Neuentwicklungen, sondern eher eine Evolution bestehender Produktlinien oder Ergänzungen des Portfolios einzelner Hersteller. Wichtigster Trend ist die Entwicklung von neuen Ein-Sensor-DVT/OPG-Kombinationsgeräten, die aufgrund neuester Techniken keine Kompromisse im Bereich der 2D-Bildgebung einfordern. Durch immer bessere Sensoren und Rekonstruktionsalgorithmen ermöglichen diese Systeme eine Top-OPG-Qualität im 2D-Modus zusammen mit hoch auflösenden 3D-Volumen.

Gleich drei Hersteller aus unserem Portfolio präsentierten neue Geräte im Bereich Röntgen: Dürr Dental, KaVo und Orangedental.
Mit dem VistaVox S stellte Dürr Dental ein OPG/DVT-Kombinationsgerät vor, welches sich vor allem durch seine besondere Volumenform von anderen Systemen unterscheidet. Durch das kieferförmige FOV von 10 mal 8,5 Zentimetern werden auch die hinteren Molaren im Ober- und Unterkiefer vollständig abgebildet. Dazu begeistert die neue Software VistaVox mit einer äußerst benutzerorientierten Bedienoberfläche, die die Arbeit mit den Bilddaten sehr gut unterstützt.

Um das FOV von VistaVox S (blau) in der axialen Ansicht zu visualisieren, wurde hier zum Vergleich auch das herkömmliche Standard-Volumen von Ø 80 x 80 mm (rot) eingezeichnet. Das kieferförmige Volumen mit Ø 100 x 85 mm zeigt sogar den diagnostischen Bereich eines Ø 130er Volumens (Grafik: Dürr Dental)

KaVo erscheint im Röntgenbereich mit einem ganz neuen Auftritt und aufgeräumten Produktgruppen. Das neue OP 3D ist KaVos Antwort in dieser Geräteklasse. Dieses Gerät überzeugt bei einer maximalen Volumengröße von 14 mal 9 Zentimetern mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis im Bereich der neuen Ein-Sensorsysteme. Mit seiner ScoutView-Technik bietet es eine sehr einfache Positionierung auch für die kleinsten Volumengrößen von 5 mal 5 Zentimetern. Zusätzlich ist dieses System durch ein praktisches Feature bestens geeignet für kleinste Röntgenraumsituationen: Im Ruhezustand kann es an die Wand geklappt werden, um Kollisionen mit dem Kleinröntgenstrahler zu verhindern.

Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: das neue OP 3D von KaVo (Foto: KaVo Dental GmbH)

Orangedental punktet bei seinem PaX-i 3D GREEN nxt vor allem mit seiner ultrafeinen Auflösung von nur 49,5 μm, auch das maximale FOV mit bis zu 16 mal 9 Zentimetern je nach Gerätetyp ist in dieser Geräteklasse einzigartig. Wie bei allen Geräten der Orangedental-GREEN-Serie liegt neben der Bildqualität der Fokus des Herstellers aber vor allem auf einer möglichst hohen Strahlendosisreduktion.

Insgesamt lässt sich sagen, DVTs entwickeln sich immer mehr zum standarddiagnostischen Verfahren in der chirurgisch orientierten Zahnarztpraxis.

CAD/CAM

In diesem Bereich gibt es vor allem zwei äußerst interessante Themenblöcke. Zum einen hat das Unternehmen Ivoclar Vivadent AG mit Ivoclar digital eine komplett neue Produktsparte präsentiert. Mit der langjährigen Erfahrung im Bereich der CAD/CAM-Materialien und Frässysteme wurden vier neue Fertigungssysteme für Zahnarzt und Dentallabor unter den Namen PrograMill entwickelt. Zusammen mit dem Partner 3Shape werden dem Kunden so hoch qualitative Komplettsysteme für die digitale Prozesskette geboten. Von der Datenerfassung über Design bis hin zur optimalen Fertigungsstrategie für IPS e.max ist man hier bestens aufgestellt. Im gesamten System finden neueste Technik, Materialien und Verfahren Anwendung. So ermöglicht zum Beispiel eine innovative Blockhalterung in der PrograMill One, dem Kleinstschleifsystem für Zahnärzte, eine Fünf-Achs-Bearbeitung der Restauration. Auch mit dem marktreifen Verfahren für die gefräste Vollprothese in einem komplett digitalen Prozess oder neuen innovativen CAD/CAM-Materialien stellt das Unternehmen sein CAD/CAM-Know-how unter Beweis. 3Shape treibt die Entwicklung seiner Scansysteme ebenfalls weiter voran: Neben einer neuen Modellreihe von Laborscannern beindruckt vor allem die neue kabellose Freiheit beim intraoralen Scansystem TRIOS 3 Wireless.

Das zweite große CAD/CAM-Thema betrifft den 3D-Druck. Hier wächst die Anzahl verschiedener Anbieter von 3D-Druckern und Materialien für verschiedene Indikationsbereiche, von der Modellherstellung bis zur Fertigung von Schienen und Versorgungen. Die Firma Bego hat mit ihrer Weiterentwicklung des Varseo-Systems mit dem Varseo S besonders großes Interesse auf sich gezogen. Durch die vergrößerte Bauplattform und die höhere Geschwindigkeit ist das Gerät nun deutlich effizienter. Mit einem Einstiegspreis von 7.990 Euro für die Inhouse-Drucktechnologie ist Bego momentan der einzige Anbieter, der in dieser Preisklasse ein 3D-Druck-System liefert, das bereits die Anforderungen an die Herstellung von Medizinprodukten gemäß Medical Device Regulation (MDR) erfüllt.

Deutlich effizienter dank vergrößerter Bauplattform und höherer Geschwindigkeit in der neuen Generation: Varseo S von Bego (Foto: Bego)

Eine weitere gute Nachricht für alle CEREC-Omnicam-Anwender kommt aus dem Hause Dentsply Sirona: Mit der CEREC-Open-Scan-Export-Lizenz ist es ab Juli 2017 möglich, aus der CEREC-Connect- und der CEREC-Ortho-Software ohne Umweg über ein Portal eine offene STL-Datei zu exportieren. Dies ist zwar ein kleiner, aber sehr wichtiger Schritt bei der Kompatibilität des Systems im Rahmen von digitalen Workflows.

Mikroskopie

In Sachen Mikroskopie beeindruckte die Firma Zeiss mit ihrem neuen EXTARO-Dentalmikroskop. Neben dem modernen Design, der extrem einfachen Einhandbedienung und dem sehr großen Arbeitsfeld fallen vor allem die vielfältigen Möglichkeiten der unterschiedlichen Lichtfilter ins Auge. Diese erhöhen die Funktionalität und den Einsatzbereich eines Mikroskops in der Zahnarztpraxis: Die TriLED-Beleuchtung garantiert einen natürlichen Farbton und Xenon-ähnliche Intensität. Der TrueLight Mode verhindert vorzeitiges Aushärten von lichthärtenden Materialen – kein Orangelicht – während der NoGlare Mode für Unterdrückung von Lichtreflexionen und die unverfälschte Bewertung von Farbtönen sorgt. Der Fluorescence Mode erzeugt Falschfarben zwischen natürlicher Zahnsubstanz und Komposit-Füllungen sowie von Karies befallenen Regionen. Außerdem ist eine integrierte Kamera mit direkter Verbindung zum iPad vorhanden – Patienten anlegen, Bild auslösen, Videos starten.

Beeindruckende Neuerung in Sachen Mikroskopie: das EXTARO-Dentalmikroskop von Zeiss (Copyright ZEISS)

Neugierig geworden?

Dann merken Sie sich folgendes Event vor: van der Ven lädt im September zur IDS-Nachlese ein – anfassen und ausprobieren der neuesten Geräte inklusive. Alle Infos zur Veranstaltung finden Sie hier.