Ewiger Kreislauf: die Aufbereitung. (Bild: van der Ven)

Die Aufbereitung: der optimale Ablauf

Ein Kommentar von Philippe Kaiser, Experte für Praxishygiene und MPG

Oft werde ich gefragt, wie die Aufbereitung optimalerweise abläuft. Doch die eine Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Denn Praxen setzen unterschiedliche Instrumente, unterschiedliche Hilfsmittel sowie Geräte zur Aufbereitung ein. Letztendlich hängt der Ablauf auch immer von den Gegebenheiten in der jeweiligen Zahnarztpraxis ab. Schließlich spielen die Größe der Praxis, die Anzahl der Behandler und die Art der durchgeführten Behandlungen ebenfalls eine Rolle. Nicht zuletzt kommt es auch an auf die Gestaltung des Aufbereitungsraums.

 

Um wirklich konkrete Abläufe für eine Praxis ableiten zu können, müssen noch weitere Punkte geklärt werden. Dazu gehört, ob eine Trocken- oder Nassentsorgung durchgeführt wird. Zudem stellt sich die Frage, ob die Instrumente nach jedem Patienten entsorgt oder erst gesammelt werden. Falls gesammelt wird, spielt eine Rolle, wie und worin das geschieht. Ebenfalls ist zu klären, wie weit die Wege in der Praxis sind und wo es Lagermöglichkeiten gibt. Wenn diese und weitere Aspekte bekannt sind, kann das Praxisteam – am besten in Zusammenarbeit mit Experten – ganz konkrete Abläufe festlegen.

Der Kreislauf der Aufbereitung (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Exemplarischer Ablauf

Eine erste Orientierung bietet die folgende Tabelle. Sie zeigt exemplarisch den grundlegenden Ablauf anhand der maschinellen Aufbereitung[i].

Bitte beachten Sie: Auf Details haben wir in dieser Tabelle bewusst verzichtet. Weil jede Praxis anders aussieht und arbeitet, können Einzelheiten oft nur individuell geregelt werden. Während einer Beratung durch unsere Hygiene-Experten können Praxisteams ihre ganz eigenen, maßgeschneiderten Lösungen für ihre Praxis erarbeiten.

Hier geht’s direkt zum Download der Tabelle.

Qualitätsmanagement-System als Basis

Grundlegende Voraussetzung für eine optimale Aufbereitung ist ein Qualitätsmanagement-System. Es beinhaltet eine Risikobewertung und Einstufung der Instrumente, Arbeitsanweisungen sowie Checklisten und beschreibt vollständig den Ablauf der Aufbereitung.

Die vom Hersteller zur Verfügung zu stellenden Hinweise zur Aufbereitung sind dabei wesentliche Eckpfeiler und sollten in der Praxis vorliegen.

Übrigens:

Welche Stolpersteine Ihnen bei einer Praxisbegehung in Sachen Hygiene im Weg liegen können und wie Sie diese beseitigen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Hygiene – Die wichtigsten Maßnahmen vor einer Begehung“.

Zur Implementierung der digitalen Dokumentation in Ihrer Praxis stehen Ihnen unsere Ansprechpartner der van der ven 4D  zur Verfügung.

Bei Fragen zur Aufbereitung und Praxisbegehung können Sie sich gerne an mich wenden Philippe Kaiser 

 

 

[i] Die manuelle Aufbereitung ist nicht verboten, jedoch muss auch sie validiert ablaufen (§ 8 MPBetreibV). Zusätzlich ist bei Verfügbarkeit maschineller Verfahren die Äquivalenz des manuellen Verfahrens zu belegen. Maschinelle Verfahren sind vorrangig anzuwenden (vgl. „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ 2012, Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte).