Die Beauty Teeth Lounge ist das CAD/CAM-Sprechzimmer der Zukunft (Bild: van der Ven).

CAD/CAM-Tagung: Beauty Teeth Lounge vereint Praxis, Labor und Lifestyle

Sekundenschnell den Kiefer mit dem Oralscanner vermessen, den digitalen Abdruck mit dem Kunden am Bildschirm besprechen, ein virtuelles Implantat ergänzen und dessen Daten zum Fräsen online ans Labor schicken: CAD/CAM eröffnet sowohl in der zahnmedizinischen Behandlung als auch bei der kooperativen Zusammenarbeit von Praxis und Labor neue Möglichkeiten. Die 2. CAD/CAM-Tagung im Ratinger van der Ven-Stammhaus widmete sich Anfang Mai dem Einsatz und der Vermarktung der innovativen Technik – etwa mit dem erstmals vorgestellten Konzept der Beauty Teeth Lounge.

 

Geladen hatte van der ven 4D, die Hightech-Experten von van der Ven. „Die Tagung bot einen umfassenden Überblick über den Stand der Technik in Sachen CAD/CAM und zeigte Wege auf, damit den Workflow zu verbessern, neue Zielgruppen zu erschließen und den Gewinn zu steigern“, erklärte Frank Giefer, Verkaufsleiter bei van der ven 4D. Denn nicht nur die dentale Welt wandelt sich, sondern auch die Erwartungen der Menschen an die zahnärztliche Versorgung: „Der Besuch der Praxis wird von den Kunden verstärkt als Teil eines gesunden Lebensstils gesehen.“

Rechtssichere Zusammenarbeit

Die rechtliche Grundlage erörterte Rechtsanwalt Dr. Karl-Heinz Schnieder. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Zusammenarbeit von Praxis und Labor. Wie lässt sich rechtssicher gemeinsam an getrennten Orten kommunizieren, konstruieren und produzieren? Um Mitbewerbern keine Angriffspunkte in Sachen „Wettbewerbsverzerrung“ sowie Vorteilsannahme nach §299a/b StGB zu bieten, sollte laut Schnieder ein Grundsatz beachtet werden: „Wenn das Labor CAD/CAM-Equipment in der Praxis installiert, muss Geld fließen!“ Getroffen werden müsse dazu immer eine schriftliche Kooperations- und Nutzungsvereinbarung. Zu beachten sei in diesem Zusammenhang auch der Schutz der Kundendaten nach DSGVO. Hier helfe eine gesonderte Einverständniserklärung für die Weitergabe der Daten des Intraoralscanner ans Labor und der Tipp, an Fremdgeräten nur mit anonymen Patientennummern zu arbeiten.

Lukrativer Spaß

So verfährt auch Dr. med. dent. Hendrik Zellerhoff, der in seiner Praxis in Laer ein CAD/CAM-System mit eigener Laboreinheit betreibt. Sein CEREC-Gerät ermöglicht es ihm, innerhalb einer Sitzung individuellen Zahnersatz anzufertigen und einzusetzen. „Der Kunde kann zusehen, wie seine Krone entsteht“, erläutert der Zahnarzt aus Laer in seinem Vortrag. „Ich habe damit einen sehr schnellen Workflow. Das ist nicht nur sehr lukrativ, sondern macht auch Spaß.“

Dentale Wellness

Dass auch die Kunden entspannt auf ihre Kosten kommen, dafür sorgt Jutta Probstfeld. Die Praxismanagerin eines Zahnmedizinischen Versorgungszentrums (Z-MVZ) mit elf Zahnärzten riet dazu, eine positive Atmosphäre im Sprechzimmer zu etablieren. So könnte ein ansprechendes Praxisdesign zum Wohlbefinden beitragen. Ein positiv wahrgenommener Service sei es auch, Formulare zum Ausfüllen bereits im Vorfeld an Kunden zu verschicken. CAD/CAM passt nach Ansicht von Jutta Probstfeld als angenehme Behandlungsform ohne Abdruck perfekt in die Wohlfühlpraxis. „Der ideale Ort für die dentale Wellness ist die Prophylaxe“, erläutert die Gesundheitsmanagerin aus Andernach. Hier böten sich die Gelegenheit, den Kunden auf seine Wünsche anzusprechen, und „viele Möglichkeiten die Kunden zu begeistern – vom Spekulatiusduft in der Praxis zu Weihnachten bis hin zu Kopfmassagen bei Wartezeiten zur Entspannung.“

Individueller Lifestyle

Von Sabine Nemec erfuhren die Teilnehmer, dass sich Praxen ohnehin immer mehr als Orte des Wohlbefindens etablieren müssen. „Es ist eine anspruchsvolle Generation herangewachsen, die vernetzt ist sowie Wert auf ihren individuellen Lifestyle legt.“ Das betreffe nicht nur junge Digital Natives, sondern auch Senioren, die bis ins hohe Alter aktiv sein wollen und dieses Lebensgefühl auch zeigen: Pro-Aging statt Jugendwahn heiße die Devise. Diesen wachsenden Zielgruppen nähere man sich nicht mit klassischen Apfelbiss-Fotos im Wartezimmer, sondern beispielsweise mit Darstellungen von positiv gestimmten Menschen mitten aus dem Leben. Ziel sei es, Patienten als Kunden wahrzunehmen und anzusprechen, die den Zahnarztbesuch als orale Wellness begreifen.

CAD/CAM-Sprechzimmer der Zukunft

„Die auf der Tagung zur Sprache gekommenen Themen und Lösungen bilden die Grundlage für unsere Beauty Teeth Lounge“, erklärt Lars Gärtner, geschäftsführender Gesellschafter von van der Ven. „Als CAD/CAM-Sprechzimmer der Zukunft vereint sie Praxis, Labor und Lifestyle.“ Geboten wird Entspannung bei der Beratung mit Lounge-Möbeln, digitale Faszination beim abdruckfreien Mund-Scan und rasante Implantat-Erstellung in der integrierten Laboreinheit. „Das Konzept ist auch eine Möglichkeit für Praxen, die räumlich an ihre Grenzen gestoßen sind. Denn die Beauty Teeth Lounge lässt sich in einem externen Raum umsetzen, beispielsweise in einem Ladenlokal in der Nähe der Praxis“, betont Lars Gärtner.

Überzeugendes Konzept

Dr. med. dent. Hendrik Zellerhoff stellte die Beauty Teeth Lounge live vor – und weihte damit zugleich das „Trainingscenter für die abdruckfreie Praxis“ ein. Die Kollegen waren beeindruckt: „van der Ven rennt bei mir offene Türen ein“, sagte beispielsweise ein Zahnarzt aus Düren, der prinzipiell die praxisnahe Vermittlung von Wissen und den Erfahrungsaustausch auf den Tagungen schätzt. „Die Digitalisierung macht auch vor meiner Praxistür nicht Halt und die Beauty Teeth Lounge ist dafür ein überzeugendes Konzept.“

 

Impressionen von der 2. CAD/CAM-Tagung