Behandlungsplatz 2016 – weniger ist oft mehr

Ein Kommentar von Joachim Voigt, Verkaufsleiter und Ralph Fülbier, Geschäftsführer Vertrieb

Als zentraler Arbeitsort spielt die Behandlungseinheit in jeder Praxis eine besondere Rolle. Komfort für den Patienten trifft auf Komfort für den Zahnarzt. Entsprechend werden die angebotenen Systeme immer komplexer und bieten immer mehr Sonderausstattungen. Doch ist das, was möglich ist, auch immer sinnvoll? Der Markt hat darauf eine Antwort: Back to the Roots! Unsere Erfahrung ist, dass immer mehr Zahnärzte aus gutem Grund sagen: Weniger ist mehr!

Es gibt nichts, was es nicht gibt: Die Hersteller von Behandlungseinheiten lassen heute keinen Wunsch offen. High-End-Geräte verfügen über Massagefunktion für den Patienten, programmierbare Sitzeinstellungen für jeden bekannten Patienten, Lendenwirbelstützen und Super-Komfort-Polsterungen; Geräte zur Endodontie oder Chirurgie sind direkt in die Einheit integriert. Die Liste der möglichen Sonderausstattungen ist in etwa so lang wie die im Verkaufsprospekt einer Luxuslimousine.

So wie beim Auto ist es auch bei der Behandlungseinheit: Komfort, Ausstattung und Funktion der Behandlungseinheit tragen erheblich dazu bei, dass sich nicht nur der Patient, sondern vor allem auch der Zahnarzt wohl fühlt und er Freude an der Arbeit hat. Wer gerne in eine Hightech-Luxuslimousine steigt, der darf das gerne tun.

Mindestausstattung, Luxus oder ein vernünftiger Kompromiss?
Bei der Auswahl einer Behandlungseinheit gibt es zu Komfort und der Vielfalt der Ausstattungen jedoch auch die berühmte andere Seite der Medaille. Je mehr Funktionen und Ausstattungsmerkmale eine Einheit hat, desto komplexer wird das gesamte System. Wir stellen deshalb immer öfter fest, dass bei den Zahnärzten nicht immer die bestmögliche Ausstattung entscheidet, sondern Tugenden wie intuitive Bedienung, Qualität, Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Robustheit.

Ausfallzeit ist Verlust
Aus gutem Grund: Die Zeiten haben sich massiv verändert. In den 1980er- und 1990er-Jahren war es Standard, dass sich Zahnärzte in ihrer Praxis gleich zum Praxisstart drei bis vier Behandlungszimmer gönnten. Seither ist der wirtschaftliche Druck jedoch deutlich gestiegen. Heute entscheidet nicht mehr die Qualität als Behandler allein über den Erfolg, zusätzlich ist unternehmerisches Denken gefragt. Also gilt es, mit weniger Zimmern eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen. Die wiederum ist nur gewährleistet, wenn alle Geräte mit maximaler Zuverlässigkeit arbeiten. Neue Praxen mit einem Behandler verfügen meistens nur noch über zwei Zimmer, gelegentlich kommt noch ein Prophylaxeraum hinzu.

Steht hier eine Behandlungseinheit wegen einer Reparatur still oder dauert eine Wartung länger, wirkt sich das auf den kompletten Praxisbetrieb aus: Ausfall ist gleichbedeutend mit wirtschaftlichem Verlust. Schließlich lässt sich die Ausfallzeit oft nicht durch ein weiteres Zimmer auffangen. Reparaturanfälligkeiten sprechen sich da unter Zahnärzten sehr schnell herum. Und selbst ein so schneller und zuverlässiger technische Kundendienst wie bei uns im Hause kann nicht alles kompensieren. Seit jeher verfolgen wir bei van der Ven deshalb einen klaren Qualitätsanspruch bei der Auswahl der Hersteller in unserem Sortiment, bei denen maximale Verfügbarkeit für den Praxisbetrieb gegeben ist.

Im Trend: Reduktion auf das Wesentliche
Tatsächlich stellen wir immer öfter fest, dass Zahnärzte bewusst auf überbordende Zusatzausstattungen verzichten und stattdessen primär auf Qualität bei den „Basics“ setzen. Ihr Ziel: Wartungszeiten und Reparaturfälle zu minimieren. Dieser Entwicklung tragen auch die Hersteller Rechnung. Ein Beispiel dafür ist die bauseitige Trennung von elektronischen und Wasser führenden Systemen. Schäden können so schneller behoben werden. Tatsache ist zudem, dass technisch einfacher gehaltene Systeme günstiger sind: Absolute High-End-Arbeitsplätze kosten natürlich deutlich mehr als Behandlungsplätze mit einer soliden und funktionalen Grundausstattung. Die Wahrheit liegt – wie so oft im Leben – auch hier in der Mitte.

Deshalb empfehlen wir, sich unbedingt individuell von Ihrem Fachberater beraten zu lassen. Denn statt nur auf die Ausstattung zu schauen, müssen bei der Auswahl einer Einheit auch ganz pragmatische Faktoren berücksichtigt werden wie die Größe eines Behandlungszimmers und die Position der Anschlüsse im Boden. Besonders wichtig ist das Thema Ergonomie: Die Einheit muss zur Arbeitsposition des Zahnarztes passen. Und natürlich sollte der Arbeitsplatz auch dem Design-Anspruch des Kunden entsprechen. All diese Faktoren müssen bei der Suche nach der richtigen Einheit berücksichtigt werden.

Und noch ein kleiner Tipp von uns: Es ist immer gut, einen guten Draht zu seinem Kundendienst-Techniker zu haben. Sprechen Sie vor der nächsten Investition doch auch mal mit ihm. Sie werden kaum jemanden finden, der Ihnen besser etwas über die Robustheit eines Behandlungsplatzes sagen kann!

Joachim Voigt und Ralph Fülbier (Fotos: van der Ven)